Rehbraten Niedrigtemperatur - Butterweich und gelingsicher
Rehbraten Niedrigtemperatur
Butterweich in 3 Stunden – die Niedrigtemperatur-Methode macht Rehbraten perfekt rosa und saftig. Für besondere Anlässe und Festessen. Gelingsicher mit Thermometer!
Rehbraten bei Niedrigtemperatur: die Kurzantwort
Rehbraten gelingt bei 80°C Ober-/Unterhitze in etwa 2–3 Stunden besonders zart. Entscheidend ist nicht die Uhr, sondern die Kerntemperatur: 54–56°C für rosa, 58°C für medium und maximal 60–62°C, wenn du ihn deutlich durchgegart möchtest.
Echtes Wild für dein Rezept
Das Rehfleisch für dieses Rezept stammt aus drei Revieren der Bayerischen Staatsforsten in Franken — alle innerhalb von 20 Minuten Fahrzeit zum Bio-Hof Reich. Johannes erlegt jedes Tier selbst und zerlegt es per Hand, nach mehrtägiger Reifung in unserer hofeigenen Kühlzelle. Frisch auf Vorbestellung oder bei −18°C gelagert aus unserer TK-Zelle — immer direkt vom Jäger, nie aus dem Großhandel.
Rehbraten Niedrigtemperatur – die Königsdisziplin der Wildküche! Bei nur 80°C im Ofen wird der Braten butterweich und gleichmäßig rosa. Die sanfte Garzeit macht das Fleisch zart und saftig. Kein Austrocknen, keine Fehler – mit Fleischthermometer ist diese Methode absolut gelingsicher.
Perfekt für besondere Anlässe: Weihnachten, Geburtstage oder Festessen. Der Braten schmeckt unglaublich zart und beeindruckt jeden Gast. Die Niedrigtemperatur-Methode verzeiht Fehler und macht Sonntagsbraten zum Kinderspiel. WILD. ECHT. GANZ.
Wenn du mehr Wildküche planst, findest du im Rehrezepte-Hub weitere Gerichte rund um Braten, Rücken und Ragout.
Zutaten für 5 Portionen
Für den Braten
- 1kg Rehbraten (Keule oder Schulter)
- 3 EL Butterschmalz
- Salz & schwarzer Pfeffer
Für das Schmoren
- 2 Zwiebeln (grob gewürfelt)
- 2 Karotten (grob gewürfelt)
- 1 Sellerie (grob gewürfelt)
- 200ml Rotwein
- 200ml Wildfond
- 2 Zweige Rosmarin
- 2 Zweige Thymian
- 2-3 Wacholderbeeren
- 1 Lorbeerblatt
Beilagen
- Rotkohl
- Semmelknödel oder Kartoffeln
- Preiselbeeren
Wie lange braucht Rehbraten bei Niedrigtemperatur?
Für 1 kg Rehbraten rechnest du bei 80°C mit etwa 2–3 Stunden. Die genaue Garzeit hängt von Form, Dicke und Starttemperatur des Fleischs ab. Nimm deshalb ein Fleischthermometer: Es schützt die bestehende Saftigkeit besser als jede Minutenangabe.
| Gargrad | Kerntemperatur | Ergebnis |
|---|---|---|
| Rosa | 54–56°C | sehr saftig, zart rosa, unsere Empfehlung für Reh |
| Medium | 58°C | noch saftig, etwas fester, ideal für Gäste mit Sicherheitsgefühl |
| Durchgegart | 60–62°C | deutlich fester; höher solltest du bei Reh nicht gehen |
Wichtig: Reh ist mager. Wenn du den Braten deutlich über 62°C ziehst, wird er schnell trocken. Lieber bei Zieltemperatur herausnehmen, 10 Minuten locker ruhen lassen und dann gegen die Faser aufschneiden.
Tipps vom Jäger
Die Niedrigtemperatur-Methode ist die sicherste Art, einen perfekten Rehbraten zu machen – wenn du diese Punkte beachtest:
Ofen exakt vorheizen. 80°C muss wirklich 80°C sein. Viele Haushaltsöfen weichen um 10–15°C ab. Ein separates Ofenthermometer (gibt es für 5€) ist die beste Investition, die du für diese Methode machen kannst. Bei zu hoher Temperatur wird das Fleisch grau statt rosa.
Scharfes Anbraten VOR dem Ofen, nicht danach. Das Fleisch in heißem Butterschmalz von allen Seiten scharf anbraten (2 Minuten pro Seite), dann erst in den niedrig temperierten Ofen. So entsteht die Kruste, ohne dass das Fleisch im Ofen austrocknet. Unser Rehbraten hat die perfekte Größe für diese Methode.
Fleischthermometer nutzen. Bei 80°C Ofentemperatur gibt es keinen festen Zeitplan – es hängt von der Dicke des Bratens ab. 54°C Kerntemperatur = rosa (perfekt für Reh). 58°C = medium. Das Thermometer stecken und vergessen, es piepst, wenn es soweit ist.
Nicht in Alufolie wickeln. Anders als bei Hochtemperatur-Methoden: Bei Niedrigtemperatur braucht das Fleisch keine Ruhezeit in Folie. Es ist bereits so gleichmäßig gegart, dass du es direkt anschneiden kannst. Folie würde die knusprige Kruste nur aufweichen.
Variationen & Abwandlungen
Sous-Vide Rehbraten (noch präziser): Wer ein Sous-Vide-Gerät hat: den Rehbraten vakuumieren und bei exakt 56°C für 3 Stunden garen. Dann kurz in der heißen Pfanne oder mit dem Bunsenbrenner anrösten. Das Ergebnis ist unfassbar gleichmäßig – von Rand bis Rand perfekt rosa. Kein Ofen notwendig.
Mit Kräuterkruste: Nach dem Anbraten eine Mischung aus frischen Kräutern (Rosmarin, Thymian, Petersilie), Panko, Parmesan und weicher Butter auf den Braten drücken. Im Niedrigtemperatur-Ofen wird die Kruste langsam fest, ohne zu verbrennen. Am Ende kurz unter dem Grill gratinieren für extra Knusprigkeit.
Asiatisch glasiert: Statt klassischer Vorbereitung den Rehbraten in einer Mischung aus Sojasauce, Honig, Sesamöl und Fünf-Gewürze-Pulver marinieren. Nach dem Anbraten im Niedrigtemperatur-Ofen garen und zum Schluss die Marinade als Glasur einkochen. Dazu Jasminreis und gebratener Pak Choi.
Welches Stück vom Wild eignet sich am besten?
Für die Niedrigtemperatur-Methode eignen sich kompakte, gleichmäßig geformte Stücke am besten:
Rehbraten aus der Keule (unsere Empfehlung): Unser Rehbraten (1 kg) aus der Keule ist ideal für Niedrigtemperatur. Gleichmäßige Dicke, feinfaserig, wird bei 80°C butterweich. Für 4–5 Personen die perfekte Größe.
Rehrücken (das Premiumstück): Der Rehrücken funktioniert hervorragend im Niedrigtemperatur-Ofen. Noch zarter als die Keule, dafür weniger Eigengeschmack. Braucht weniger Zeit (ca. 45 Minuten bei 80°C für 500g). Ideal für ein elegantes Dinner zu zweit.
Hirschbraten (die größere Variante): Wer mehr Gäste hat, nimmt unseren Hirschbraten. Gleiche Methode, etwas mehr Eigengeschmack, braucht entsprechend länger im Ofen. Für 5–6 Personen perfekt.
Nicht geeignet: Stücke mit viel Bindegewebe (Schulter, Hals, Haxe) – die brauchen hohe Temperaturen und lange Schmorzeiten. Im Niedrigtemperatur-Ofen wird das Bindegewebe nicht weich, sondern bleibt zäh.
Die perfekten Beilagen
Kartoffelgratin: Dünn geschnittene Kartoffeln, Sahne, Knoblauch und Gruyère – bei 180°C im Ofen, während der Rehbraten seine Zeit bei Niedrigtemperatur bekommt. Die cremige Reichhaltigkeit des Gratins ergänzt das zarte, magere Rehfleisch perfekt. Kann parallel im zweiten Ofen oder vorab zubereitet werden.
Glasierte Möhren: Möhren in Butter und Honig langsam glasieren, bis sie karamellisiert und weich sind. Die natürliche Süße der Möhren harmoniert wunderbar mit dem milden Rehgeschmack. Einfach, elegant und auf jedem Teller ein farblicher Hingucker.
Selleriepüree mit Trüffel: Knollensellerie mit Sahne püriert, ein paar Tropfen Trüffelöl und weißer Pfeffer. Leichter als Kartoffelpüree und mit einer erdigen Eleganz, die perfekt zum Niedrigtemperatur-Braten passt. Das Püree kann 30 Minuten vorher gemacht und warmgehalten werden.
Rotwein-Jus: Bratensatz mit gutem Rotwein und Wildfond ablöschen, um zwei Drittel einkochen, durch ein Sieb gießen und mit einem Stück kalter Butter aufmontieren. Die konzentrierte Jus bringt den Rehbraten geschmacklich auf ein neues Level. Unsere Wildknochen liefern die Grundlage für einen intensiven Fond.
Welcher Wein passt dazu?
Spätburgunder Reserve aus der Pfalz oder Baden: Ein gereifter deutscher Spätburgunder mit Aromen von Sauerkirsche, Waldboden und dezenter Eiche ist der ideale Begleiter zum butterweichen Rehbraten. Die seidige Textur des Weins spiegelt die Zartheit des Fleisches wider. Nicht zu schwer, nicht zu leicht – genau richtig.
Alternativ: Volnay oder Pommard aus dem Burgund: Wer etwas mehr investieren möchte – ein roter Burgunder aus Volnay (elegant, seidig) oder Pommard (kräftiger, erdiger) ist die klassische Kombination zu rosa gebratenem Wild. Die Finesse des Weins unterstreicht die Qualität des Fleisches.
Bei 80°C gart das Fleisch langsam und gleichmäßig. Keine übergarten Ränder, kein trockenes Fleisch. Das Ergebnis: butterweich, saftig und schön rosa. Entscheidend ist die Kerntemperatur – mit Fleischthermometer ist diese Methode absolut gelingsicher!
Dieses Rezept nachkochen?
Direkt vom Jäger aus Franken — frisch vakuumverpackt per Kühlversand
Zubereitung
Schritt 1: Fleisch temperieren (1 Std. vorher)
Nimm den Braten mindestens 1 Stunde vor dem Braten aus dem Kühlschrank. Er sollte Raumtemperatur haben, damit er gleichmäßig gart.
Tupfe den Braten trocken und würze ihn großzügig mit Salz und Pfeffer auf allen Seiten.
Raumtemperatur ist entscheidend! Kaltes Fleisch braucht länger im Ofen und gart ungleichmäßig. 1 Stunde bei Zimmertemperatur macht einen riesigen Unterschied!
Schritt 2: Ofen auf 80°C vorheizen
Heize den Backofen auf genau 80°C Ober-/Unterhitze vor. Verwende keine Umluft – die Niedrigtemperatur-Methode funktioniert am zuverlässigsten mit Ober-/Unterhitze.
Stelle ein Ofenthermometer in den Ofen, um die Temperatur zu überprüfen – viele Öfen sind ungenau.
Warum genau 80°C?
Bei 80°C gart das Rehfleisch besonders schonend und gleichmäßig. So bleibt der Braten saftig und rosa – perfekt für Einsteiger, solange du die Kerntemperatur mit dem Thermometer prüfst.
Schritt 3: Braten scharf anbraten (5 Min.)
Erhitze Butterschmalz in einem Bräter oder großen Topf auf hoher Stufe. Brate den Rehbraten von allen Seiten goldbraun an – insgesamt ca. 5 Minuten.
Nimm den Braten heraus und stelle ihn beiseite.
Das scharfe Anbraten erzeugt Röstaromen (Maillard-Reaktion), die später in die Sauce übergehen. Dieser Schritt ist wichtig für den Geschmack – überspringe ihn nicht!
Schritt 4: Gemüse anschwitzen & Braten einlegen (3 Min.)
Gib das grob gewürfelte Gemüse (Zwiebeln, Karotten, Sellerie) in den Bräter und schwitze es 3 Minuten an.
Lege den angebratenen Rehbraten auf das Gemüsebett. Das Gemüse dient als Aromabasis und verhindert, dass der Braten am Boden ansetzt.
Das Gemüse gibt Geschmack an die Sauce ab und hebt den Braten leicht an – so gart er gleichmäßig und brennt nicht an!
Schritt 5: Mit Flüssigkeit sanft garen (ca. 2-3 Std. bei 80°C)
Gieße Rotwein und Wildfond in den Bräter. Füge Rosmarin, Thymian, Wacholderbeeren und Lorbeerblatt hinzu.
Setze den Deckel auf den Bräter und schiebe ihn in den vorgeheizten Ofen (80°C). Die Flüssigkeit soll nicht sprudelnd kochen, sondern nur sanft aromatisieren.
Gare den Braten ca. 2-3 Stunden. Wende ihn gelegentlich und übergieße ihn mit dem Bratensaft. Entscheidend ist die Kerntemperatur: Bei 58°C ist der Braten medium und noch saftig.
Warum so sanft garen?
Die niedrige Temperatur gart das magere Rehfleisch gleichmäßig und verhindert, dass es trocken wird. Das Thermometer ist dabei wichtiger als die Uhr – je nach Form und Dicke kann die Garzeit variieren.
Schritt 6: Ruhen lassen (10 Min.)
Nimm den Braten bei 58°C Kerntemperatur aus dem Ofen und lass ihn 10 Minuten locker abgedeckt ruhen. Nicht fest in Alufolie einwickeln – sonst gart er zu stark nach.
In dieser Zeit verteilt sich der Fleischsaft gleichmäßig. Der Braten bleibt saftig und lässt sich anschließend sauber aufschneiden.
Wenn du eine stärkere Kruste möchtest, brate den Braten vor dem Ofengaren besonders sorgfältig rundherum an – das ist schonender als ein heißes Finish am Ende.
Schritt 7: Sauce passieren & servieren
Gieße den Bratensaft durch ein feines Sieb. Entferne Gemüse und Kräuter. Die Sauce sollte sämig und glänzend sein.
Schneide den Braten in Scheiben und arrangiere ihn auf einer Platte. Gieße die Sauce darüber und serviere mit Rotkohl, Semmelknödeln und Preiselbeeren.
Rühre 1-2 EL Preiselbeeren in die Sauce – das gibt eine leichte Süße und passt perfekt zu Wild!
Tipps & Tricks für perfekten Rehbraten
Kann ich den Braten vorbereiten?
Du kannst den Braten anbraten, abkühlen lassen und im Kühlschrank lagern. Am nächsten Tag 1 Stunde temperieren, dann wie gewohnt im Ofen garen. Spart Zeit am Festtag!
Kann ich Hirschbraten statt Rehbraten nehmen?
Absolut! Hirschbraten funktioniert genauso. Er ist minimal kräftiger im Geschmack, aber die Garzeit ist identisch. Für rosa bis medium: 56-58°C Kerntemperatur. Für deutlich durchgegart: maximal 60-62°C Kerntemperatur.
Was, wenn ich kein Fleischthermometer habe?
Ohne Thermometer ist Niedrigtemperatur-Garen fast unmöglich. Ein digitales Thermometer kostet 15-30€ und ist die beste Investition. Faustregel: 2-3 Stunden bei 80°C für 1,5 kg Braten.
Kann ich den Braten auch bei höherer Temperatur garen?
Nicht empfehlenswert! Bei höheren Temperaturen (160°C+) wird der Braten außen trocken, bevor er innen gar ist. Die Niedrigtemperatur-Methode ist schonender und liefert bessere Ergebnisse.
Welche Beilagen passen am besten?
Klassisch: Kartoffelklöße oder Schupfnudeln + Rotkraut + Preiselbeeren. Modern: Trüffel-Püree + Rosenkohl. Premium: Fondant-Kartoffeln + glasierte Karotten. Die Sauce ist so gut – du brauchst viele Beilagen zum Auftunken!
Vertrau dem Thermometer! Die Niedrigtemperatur-Methode funktioniert nur, wenn du die Kerntemperatur exakt misst. Bei 58°C aus dem Ofen nehmen, kurz ruhen lassen und dann anschneiden. Das ist der Schlüssel zum saftigen Rehbraten!
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Welche Kerntemperatur braucht Rehbraten bei Niedrigtemperatur?
Für rosa Rehbraten peilst du 54–56°C Kerntemperatur an. Bei 58°C ist er medium und noch saftig. Mehr als 60–62°C solltest du bei Reh nur wählen, wenn du ihn bewusst deutlich durchgegart möchtest.
Wie lange braucht 1 kg Rehbraten bei 80°C?
Plane für 1 kg Rehbraten etwa 2–3 Stunden bei 80°C Ober-/Unterhitze ein. Die Form des Stücks entscheidet mit, deshalb ist das Fleischthermometer wichtiger als eine starre Garzeit.
Wie lange hält sich fertiger Rehbraten im Kühlschrank?
Fertiger Braten: 3-4 Tage im Kühlschrank (gut abgedeckt, unter 4°C). Zum Aufwärmen in Alufolie bei 120°C 20-30 Min erwärmen.
Schmeckt Niedrigtemperatur-Braten wirklich besser?
Ja, deutlich! Das Fleisch ist gleichmäßig rosa, butterweich und saftig. Bei normaler Brattemperatur (180°C+) wird der Rand grau und trocken. Niedrigtemperatur ist die Profi-Methode – das schmeckt man!
Was ist der Unterschied zu normalem Braten?
Normal: Hohe Temperatur (180-200°C), 60-90 Min Garzeit, Rand oft trocken. Niedrigtemperatur: 80°C, 2-3 Stunden, gleichmäßig rosa von außen bis innen. Der Aufwand lohnt sich – das Ergebnis ist unvergleichlich!
Kann ich den Braten einfrieren?
Rohen Braten: Ja, hält sich 6-9 Monate. Über Nacht im Kühlschrank auftauen. Gegarten Braten: Nicht empfehlenswert – er wird beim Aufwärmen trocken. Besser frisch zubereiten!
Woher weiß ich, ob das Fleisch frisch ist?
Frischer Rehbraten ist dunkelrot, fest und riecht angenehm nach Wild – nie säuerlich oder fischig. Vakuumverpacktes Fleisch von WEIDEWILD wird direkt nach der Jagd verarbeitet und ist immer frisch.
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