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Wildfleisch Nährwerte — Komplette Tabelle für alle Wildarten

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Wildfleisch Nährwerte — Komplette Tabelle für alle Wildarten

Kalorien, Protein, Fett, Eisen, Zink und Vitamine: Die vollständige Nährwerttabelle für Hirsch, Reh, Sika, Wildschwein und mehr — mit Vergleich zu Rind, Schwein und Hähnchen.

Wildfleisch ist eines der nährstoffreichsten Lebensmittel überhaupt. Mager, eisenreich und reich an Vitamin B12 — und in einigen Punkten schlägt mageres Zuchtfleisch das Wild. Wir zeigen beides, mit Quelle. Auf dieser Seite findest du die komplette Nährwerttabelle für alle gängigen Wildarten, im direkten Vergleich mit konventionellem Fleisch.

Alle Werte stammen aus dem Bundeslebensmittelschlüssel 4.0 (Ausgabe 2025) des Max Rubner-Instituts und beziehen sich auf 100 g rohes Fleisch. Die Werte können je nach Teilstück, Saison und Fütterung leicht variieren.

Die große Nährwerttabelle: Wild vs. Zuchtfleisch

Hirschgulasch -- proteinreich und fettarm
Wildfleisch
Zuchtfleisch (zum Vergleich)
Fleischart kcal Protein (g) Fett (g) Ges. Fettsäuren (g) Cholesterin (mg) Eisen (mg) Zink (mg) B12 (µg)
Hirsch (Rotwild) 112 20,6 3,3 1,3 65 2,3 3,2 4,6
Reh (Rücken) 122 22,4 3,5 1,3 65 3,0 3,2 4,6
Reh (Keule) 97 21,4 1,2 0,5 65 3,0 3,2 4,6
Wildschwein 162 19,5 9,3 3,2 63 1,8 2,2 0,4
Fasan (mit Haut) 154 23,8 6,5 2,1 74 2,0 1,6 0,8
Hase 113 21,6 3,0 1,2 65 2,9 2,2 1,0
Rind, mager 124 20,9 4,5 1,9 58 2,2 4,3 5,0
Rind, Keule 148 21,0 7,1 2,2 52 2,6 4,2 1,4
Schwein, mager 105 22,2 1,9 0,6 61 0,9 2,0 0,2
Hähnchenbrustfilet 109 23,2 1,8 0,4 68 0,6 0,6 0,1

Quelle: Bundeslebensmittelschlüssel (BLS) 4.0, Ausgabe 2025, Max Rubner-Institut, CC BY 4.0, blsdb.de. Werte je 100 g rohes Fleisch, abgerufen am 30.08.2026. Für Sika- und Damwild führt der BLS keine eigenen Werte; sie liegen erfahrungsgemäß im Bereich von Rot- und Rehwild, belastbare Laborwerte gibt es dafür aber nicht.

Lesehinweis

Grün hinterlegt = Wildfleisch. Orange hinterlegt = Zuchtfleisch zum Vergleich. Fett gedruckte Werte markieren besonders gute Nährwerte in der jeweiligen Kategorie.


Warum ist Wildfleisch so nährstoffreich?

Die außergewöhnlichen Nährwerte von Wildfleisch sind kein Zufall, sondern das Ergebnis des natürlichen Lebensstils der Tiere. Drei Faktoren machen den Unterschied:

1. Natürliche Bewegung

Wildtiere bewegen sich täglich kilometerweit durch ihren Lebensraum. Diese konstante Aktivität sorgt für mageres, proteinreiches Muskelfleisch mit wenig eingelagertem Fett. Ein Rothirsch legt pro Tag 5-15 km zurück — ein Mastrind steht auf wenigen Quadratmetern. Das Ergebnis sieht man in den Nährwerten: 2,5g Fett beim Hirsch vs. 17g beim Rind.

2. Natürliche Ernährung

Wild ernährt sich von Gräsern, Kräutern, Knospen, Eicheln, Bucheckern und Beeren — eine extrem vielfältige, naturbelassene Ernährung. Diese Vielfalt spiegelt sich im Fleisch wider: mehr Omega-3-Fettsäuren, ein besseres Omega-6/Omega-3-Verhältnis und höhere Mikronährstoff-Dichten als bei Tieren, die mit Kraftfutter gemästet werden.

3. Kein Kraftfutter, keine Mast

Zuchtfleisch wird gezielt auf Masse optimiert. Schnelles Wachstum durch Kraftfutter bedeutet mehr Fett und weniger Nährstoffdichte pro Gramm Fleisch. Wild wächst in seinem natürlichen Tempo und hat deshalb eine höhere Konzentration an Protein, Eisen und Vitaminen pro 100g.


Die einzelnen Wildarten im Detail

Hirschhackfleisch -- nur 2.5g Fett pro 100g

Hirsch (Rotwild) — Der Allrounder

Hirschfleisch ist die beliebteste Wildart in Deutschland — und das hat gute Gründe. Mit 20,6 g Protein und 3,3 g Fett je 100 g hat Hirsch ein gutes Protein-Fett-Verhältnis. Der Eisengehalt von 2,3 mg je 100 g liegt fast viermal so hoch wie bei Hähnchenbrust (0,6 mg) und etwa gleichauf mit magerem Rind.

Mit 4,6 µg Vitamin B12 je 100 g deckt Hirsch den DGE-Schätzwert von 4,0 µg pro Tag bereits vollständig. Mageres Rind liegt mit 5,0 µg noch etwas darüber.

Reh — Das magerste Fleisch

Die Rehkeule ist mit 97 kcal und 1,2 g Fett je 100 g eines der magersten Stücke überhaupt — magerer als Hähnchenbrustfilet (1,8 g Fett bei 109 kcal). Der Rehrücken liegt mit 122 kcal und 3,5 g Fett darüber. Für alle, die eine proteinreiche, kalorienarme Ernährung anstreben, ist Reh fast unschlagbar. Der milde Geschmack macht es auch für Menschen attraktiv, die intensives Wildaroma nicht mögen.

Sika — Der Geheimtipp

Für Sikawild führt der Bundeslebensmittelschlüssel keine eigenen Werte. Erfahrungsgemäß liegt es zwischen Rot- und Rehwild; belastbare Laborwerte dazu gibt es nicht, deshalb nennen wir hier keine Zahlen. In der Praxis ist Sika vor allem für seinen hervorragenden Geschmack bekannt: kräftiger als Reh, feiner als Rotwild. Wenn du Sika bekommst, greif zu — es ist die vielleicht best-balancierte Wildart.

Wildschwein — Der kräftige Charakter

Wildschwein ist das fetteste Wildfleisch: 9,3 g Fett je 100 g. Das ist mehr als bei magerem Hausschwein (1,9 g) und mehr als bei magerem Rind (4,5 g), aber weniger als bei fetten Zuschnitten wie Schweinebauch oder Rindsbrust. Der höhere Fettgehalt macht Wildschwein allerdings auch saftiger und fehlerverzeihender bei der Zubereitung. Der Zinkgehalt liegt bei 2,2 mg je 100 g.

Fasan — Das Protein-Monster

Fasan hat mit 23,8 g Protein je 100 g den höchsten Proteingehalt aller hier aufgeführten Wildarten. Der Wert gilt für Fleisch mit Haut, entsprechend liegen Fett (6,5 g) und Kalorien (154 kcal) höher als bei Reh und Hirsch. Die Verfügbarkeit ist allerdings eingeschränkt — Fasan gibt es nur saisonal und meist nur direkt vom Jäger.

Hase — Der unterschätzte Klassiker

Hasenfleisch gehört zu den ältesten Fleischsorten der Menschheitsgeschichte und hat mit 113 kcal, 21,6 g Protein und 3,0 g Fett je 100 g gute Nährwerte. Der Vitamin-B12-Gehalt liegt mit 1,0 µg deutlich unter dem von Reh und Hirsch.


Wildfleisch im Vergleich mit Zuchtfleisch

Wild vs. Rind

Gegenüber magerem Rind ist der Unterschied moderat: 3,3 g Fett beim Hirsch gegenüber 4,5 g. Gegenüber fetteren Zuschnitten wie der Rindkeule (7,1 g) oder marmorierten Steaks fällt er deutlich größer aus..

Wild vs. Schwein

Der Unterschied ist noch deutlicher als beim Rind. Schweinefleisch hat den niedrigsten Proteingehalt (19g) und den höchsten Fettgehalt (18g) aller verglichenen Fleischsorten. Wild ist hier in jeder Kategorie überlegen — oft um den Faktor 2-3.

Wild vs. Hähnchen

Der interessanteste Vergleich, weil Hähnchenbrust oft als „das gesunde Fleisch“ gilt. In Sachen Kalorien und Fett liegen Hähnchen und Reh tatsächlich nah beieinander. Aber bei Eisen, Zink und B12 ist Wild haushoch überlegen — Hähnchenbrustfilet hat 0,6 mg Eisen je 100 g, Reh 3,0 mg und Hirsch 2,3 mg. Wer Fleisch wegen der Mikronährstoffe isst, fährt mit Wild deutlich besser.

Die Sonderstellung von Hähnchen

Hähnchenbrust ist das einzige Zuchtfleisch, das bei Kalorien und Fett mit Wild mithalten kann. Bei den Mikronährstoffen (Eisen, Zink, B12) fällt Hähnchen allerdings deutlich ab. Fazit: Hähnchen ist gut für die Makros, Wild ist besser für die Mikros.


Für wen eignet sich Wildfleisch besonders?

Sportler & Fitness

Mit dem besten Protein-zu-Fett-Verhältnis aller roten Fleischsorten ist Wild ideal für alle, die Muskeln aufbauen oder Gewicht reduzieren wollen. 23g Protein bei nur 120 kcal — das schafft kein Proteinshake besser. Dazu kommt der hohe Eisengehalt, der für die Sauerstoffversorgung der Muskeln essenziell ist.

Gesundheitsbewusste

Wer seinen Cholesterin- und Fettverzehr reduzieren will, ohne auf Fleisch zu verzichten, findet in Wild die perfekte Lösung. Der niedrige Gehalt an gesättigten Fettsäuren (1,3 g bei Hirsch und Rehrücken, 0,5 g bei der Rehkeule) und das gute Omega-3-Profil sind dabei ein Vorteil gegenüber fetteren Fleischsorten.

Familien mit Kindern

Der hohe Eisengehalt ist besonders für Kinder relevant — Eisenmangel ist einer der häufigsten Nährstoffmängel bei Kindern in Deutschland. Eine Portion Hirschgulasch (200 g) liefert rund 4,6 mg Eisen, 6,4 mg Zink und 9,3 µg Vitamin B12. Dazu ist Wild frei von Antibiotika und Hormonen.

Low-Carb & Paleo

Wildfleisch ist die natürlichste Form von Fleisch, die es gibt — und damit ideal für Ernährungsformen, die auf natürliche, unverarbeitete Lebensmittel setzen. Kein Kraftfutter, keine Zusätze, keine Medikamente — Fleisch so, wie es der Mensch seit der Steinzeit isst.


Worauf beim Kauf achten?

Die Nährwerte von Wildfleisch variieren je nach Herkunft und Qualität. Damit du die besten Werte auf deinem Teller hast, achte auf diese Punkte:

  • Echtes Wildfleisch, kein Gatterwild: Wild aus Gatterhaltung wird oft zugefüttert und hat dadurch höhere Fettwerte. Frag nach der Herkunft — nur freilebende Tiere liefern die optimalen Nährwerte.
  • Regional & direkt vom Jäger: Je kürzer die Lieferkette, desto frischer das Fleisch. Frisches Wildfleisch hat die besten Nährwerte, weil Vitamine und Fettsäuren bei langer Lagerung abbauen.
  • Teilstück beachten: Magere Edelstücke (Rücken, Filet) haben die besten Nährwerte. Schmorstücke (Schulter, Keule, Haxe) haben etwas mehr Bindegewebe und minimal mehr Fett, sind dafür beim Schmoren unschlagbar.
  • Saisonalität nutzen: Wild aus der Hauptjagdzeit (Herbst/Winter) hat oft etwas höhere Fettwerte, weil die Tiere sich Winterspeck angefressen haben. Frühjahrs-Wild ist tendenziell magerer.

Hirschfilet

Der magerste Cut — ideal für alle, die maximales Protein bei minimalem Fett wollen.

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Quellen

  • Alle Nährwerte: Bundeslebensmittelschlüssel (BLS) 4.0, Ausgabe 2025, Max Rubner-Institut, CC BY 4.0 — blsdb.de, abgerufen am 30.08.2026, je 100 g rohes Fleisch.
  • Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Deutsche Gesellschaft für Ernährung — dge.de.
  • Fettsäureprofil von Wild: Cordain L. et al., European Journal of Clinical Nutrition 56, 181–191 (2002), PMID 11960292.

Wildbret ist ein Naturprodukt. Die Werte schwanken je nach Tier, Alter, Jahreszeit und Äsung.

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