Wildfleisch Nährwerte — Komplette Tabelle für alle Wildarten
Das Fleisch für dieses Rezept
Wildfleisch Nährwerte — Komplette Tabelle für alle Wildarten
Kalorien, Protein, Fett, Eisen, Zink und Vitamine: Die vollständige Nährwerttabelle für Hirsch, Reh, Sika, Wildschwein und mehr — mit Vergleich zu Rind, Schwein und Hähnchen.
Wildfleisch ist eines der nährstoffreichsten Lebensmittel überhaupt. Mehr Protein, weniger Fett, mehr Eisen und ein besseres Fettsäureprofil als jedes Zuchtfleisch — das sind nicht Marketingversprechen, sondern Laborwerte. Auf dieser Seite findest du die komplette Nährwerttabelle für alle gängigen Wildarten, im direkten Vergleich mit konventionellem Fleisch.
Alle Werte beziehen sich auf 100g rohes, mageres Muskelfleisch (ohne Fettrand). Bei Zuchtfleisch verwenden wir Durchschnittswerte aus der deutschen Nährwertdatenbank. Die Werte können je nach Teilstück, Saison und Fütterung leicht variieren.
Die große Nährwerttabelle: Wild vs. Zuchtfleisch

| Fleischart | kcal | Protein (g) | Fett (g) | Ges. Fettsäuren (g) | Cholesterin (mg) | Eisen (mg) | Zink (mg) | B12 (µg) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Hirsch (Rotwild) | 120 | 23,0 | 2,5 | 0,9 | 65 | 3,5 | 3,0 | 6,3 |
| Reh | 105 | 22,0 | 1,5 | 0,6 | 60 | 3,2 | 2,8 | 5,8 |
| Sika | 115 | 22,5 | 2,0 | 0,8 | 62 | 3,3 | 2,9 | 6,0 |
| Wildschwein | 145 | 21,5 | 4,5 | 1,6 | 70 | 2,8 | 3,5 | 3,2 |
| Fasan | 108 | 23,5 | 1,8 | 0,5 | 58 | 1,8 | 1,5 | 2,1 |
| Hase | 114 | 21,8 | 2,3 | 0,7 | 55 | 2,5 | 2,0 | 4,5 |
| Rindfleisch | 250 | 20,0 | 17,0 | 7,5 | 75 | 2,1 | 3,8 | 2,6 |
| Schweinefleisch | 242 | 19,0 | 18,0 | 6,8 | 80 | 1,4 | 2,5 | 1,2 |
| Hähnchenbrust | 110 | 23,0 | 1,2 | 0,3 | 70 | 0,7 | 0,8 | 0,4 |
Grün hinterlegt = Wildfleisch. Orange hinterlegt = Zuchtfleisch zum Vergleich. Fett gedruckte Werte markieren besonders gute Nährwerte in der jeweiligen Kategorie.
Warum ist Wildfleisch so nährstoffreich?
Die außergewöhnlichen Nährwerte von Wildfleisch sind kein Zufall, sondern das Ergebnis des natürlichen Lebensstils der Tiere. Drei Faktoren machen den Unterschied:
1. Natürliche Bewegung
Wildtiere bewegen sich täglich kilometerweit durch ihren Lebensraum. Diese konstante Aktivität sorgt für mageres, proteinreiches Muskelfleisch mit wenig eingelagertem Fett. Ein Rothirsch legt pro Tag 5-15 km zurück — ein Mastrind steht auf wenigen Quadratmetern. Das Ergebnis sieht man in den Nährwerten: 2,5g Fett beim Hirsch vs. 17g beim Rind.
2. Natürliche Ernährung
Wild ernährt sich von Gräsern, Kräutern, Knospen, Eicheln, Bucheckern und Beeren — eine extrem vielfältige, naturbelassene Ernährung. Diese Vielfalt spiegelt sich im Fleisch wider: mehr Omega-3-Fettsäuren, ein besseres Omega-6/Omega-3-Verhältnis und höhere Mikronährstoff-Dichten als bei Tieren, die mit Kraftfutter gemästet werden.
3. Kein Kraftfutter, keine Mast
Zuchtfleisch wird gezielt auf Masse optimiert. Schnelles Wachstum durch Kraftfutter bedeutet mehr Fett und weniger Nährstoffdichte pro Gramm Fleisch. Wild wächst in seinem natürlichen Tempo und hat deshalb eine höhere Konzentration an Protein, Eisen und Vitaminen pro 100g.
Die einzelnen Wildarten im Detail

Hirsch (Rotwild) — Der Allrounder
Hirschfleisch ist die beliebteste Wildart in Deutschland — und das hat gute Gründe. Mit 23g Protein und nur 2,5g Fett pro 100g hat Hirsch ein herausragendes Protein-Fett-Verhältnis. Besonders beeindruckend: der Eisengehalt von 3,5mg/100g — fast doppelt so viel wie Hähnchenbrust (0,7mg). Hirsch ist damit eine der besten Eisenquellen unter den Fleischsorten.
Der hohe Vitamin-B12-Gehalt von 6,3 µg deckt bereits mit 100g Hirschfleisch mehr als das Doppelte des Tagesbedarfs (4 µg). Das macht Hirsch besonders wertvoll für Menschen, die ihren B12-Bedarf über natürliche Lebensmittel decken wollen.
Reh — Das magerste Fleisch
Rehfleisch ist mit nur 105 kcal und 1,5g Fett pro 100g eines der magersten Fleischsorten überhaupt — noch magerer als Hähnchenbrust (1,2g Fett, aber bei 110 kcal). Für alle, die eine proteinreiche, kalorienarme Ernährung anstreben, ist Reh fast unschlagbar. Der milde Geschmack macht es auch für Menschen attraktiv, die intensives Wildaroma nicht mögen.
Sika — Der Geheimtipp
Sikahirsch liegt nährwerttechnisch zwischen Hirsch und Reh — 115 kcal, 22,5g Protein, 2,0g Fett. In der Praxis ist Sika vor allem für seinen hervorragenden Geschmack bekannt: kräftiger als Reh, feiner als Rotwild. Wenn du Sika bekommst, greif zu — es ist die vielleicht best-balancierte Wildart.
Wildschwein — Der kräftige Charakter
Wildschwein ist das „fetteste“ Wildfleisch — aber mit 4,5g Fett immer noch deutlich magerer als Hausschwein (18g) oder Rindfleisch (17g). Der höhere Fettgehalt macht Wildschwein allerdings auch saftiger und fehlerverzeihender bei der Zubereitung. Besonders interessant: Der Zinkgehalt von 3,5mg/100g ist der höchste aller Wildarten und wichtig für das Immunsystem.
Fasan — Das Protein-Monster
Fasan hat mit 23,5g Protein pro 100g den höchsten Proteingehalt aller Wildarten bei gleichzeitig nur 108 kcal. Für Sportler und Fitness-Fans ist Fasan damit die optimale Proteinquelle. Die Verfügbarkeit ist allerdings eingeschränkt — Fasan gibt es nur saisonal und meist nur direkt vom Jäger.
Hase — Der unterschätzte Klassiker
Hasenfleisch gehört zu den ältesten Fleischsorten der Menschheitsgeschichte und hat mit 114 kcal, 21,8g Protein und 2,3g Fett hervorragende Nährwerte. Besonders bemerkenswert ist der hohe Vitamin-B12-Gehalt von 4,5 µg und der niedrige Cholesterinwert von nur 55mg/100g.
Wildfleisch im Vergleich mit Zuchtfleisch
Wild vs. Rind
Der drastischste Unterschied: Rindfleisch hat fast 7x mehr Fett und doppelt so viele Kalorien wie Hirschfleisch. Bei den Mikronährstoffen liegt Wild ebenfalls vorn: mehr Eisen, mehr B12, bessere Fettsäuren. Rindfleisch hat nur beim Zinkgehalt die Nase vorn (3,8 vs. 3,0mg).
Wild vs. Schwein
Der Unterschied ist noch deutlicher als beim Rind. Schweinefleisch hat den niedrigsten Proteingehalt (19g) und den höchsten Fettgehalt (18g) aller verglichenen Fleischsorten. Wild ist hier in jeder Kategorie überlegen — oft um den Faktor 2-3.
Wild vs. Hähnchen
Der interessanteste Vergleich, weil Hähnchenbrust oft als „das gesunde Fleisch“ gilt. In Sachen Kalorien und Fett liegen Hähnchen und Reh tatsächlich nah beieinander. Aber bei Eisen, Zink und B12 ist Wild haushoch überlegen — Hähnchen hat nur 0,7mg Eisen vs. 3,5mg beim Hirsch. Wer Fleisch wegen der Mikronährstoffe isst, fährt mit Wild deutlich besser.
Die Sonderstellung von Hähnchen
Hähnchenbrust ist das einzige Zuchtfleisch, das bei Kalorien und Fett mit Wild mithalten kann. Bei den Mikronährstoffen (Eisen, Zink, B12) fällt Hähnchen allerdings deutlich ab. Fazit: Hähnchen ist gut für die Makros, Wild ist besser für die Mikros.
Für wen eignet sich Wildfleisch besonders?
Sportler & Fitness
Mit dem besten Protein-zu-Fett-Verhältnis aller roten Fleischsorten ist Wild ideal für alle, die Muskeln aufbauen oder Gewicht reduzieren wollen. 23g Protein bei nur 120 kcal — das schafft kein Proteinshake besser. Dazu kommt der hohe Eisengehalt, der für die Sauerstoffversorgung der Muskeln essenziell ist.
Gesundheitsbewusste
Wer seinen Cholesterin- und Fettverzehr reduzieren will, ohne auf Fleisch zu verzichten, findet in Wild die perfekte Lösung. Der niedrige Gehalt an gesättigten Fettsäuren (unter 1g bei Hirsch und Reh) und das gute Omega-3-Profil machen Wild zu einem der herzfreundlichsten Fleischsorten.
Familien mit Kindern
Der hohe Eisengehalt ist besonders für Kinder relevant — Eisenmangel ist einer der häufigsten Nährstoffmängel bei Kindern in Deutschland. Eine Portion Hirschgulasch (200g) deckt den kompletten Tagesbedarf an Eisen, B12 und Zink eines Schulkindes. Dazu ist Wild frei von Antibiotika und Hormonen.
Low-Carb & Paleo
Wildfleisch ist die natürlichste Form von Fleisch, die es gibt — und damit ideal für Ernährungsformen, die auf natürliche, unverarbeitete Lebensmittel setzen. Kein Kraftfutter, keine Zusätze, keine Medikamente — Fleisch so, wie es der Mensch seit der Steinzeit isst.
Worauf beim Kauf achten?
Die Nährwerte von Wildfleisch variieren je nach Herkunft und Qualität. Damit du die besten Werte auf deinem Teller hast, achte auf diese Punkte:
- Echtes Wildfleisch, kein Gatterwild: Wild aus Gatterhaltung wird oft zugefüttert und hat dadurch höhere Fettwerte. Frag nach der Herkunft — nur freilebende Tiere liefern die optimalen Nährwerte.
- Regional & direkt vom Jäger: Je kürzer die Lieferkette, desto frischer das Fleisch. Frisches Wildfleisch hat die besten Nährwerte, weil Vitamine und Fettsäuren bei langer Lagerung abbauen.
- Teilstück beachten: Magere Edelstücke (Rücken, Filet) haben die besten Nährwerte. Schmorstücke (Schulter, Keule, Haxe) haben etwas mehr Bindegewebe und minimal mehr Fett, sind dafür beim Schmoren unschlagbar.
- Saisonalität nutzen: Wild aus der Hauptjagdzeit (Herbst/Winter) hat oft etwas höhere Fettwerte, weil die Tiere sich Winterspeck angefressen haben. Frühjahrs-Wild ist tendenziell magerer.
Hirschfilet
Der magerste Cut — ideal für alle, die maximales Protein bei minimalem Fett wollen.
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